Konsortium
Sowohl Maschinenanwender als auch -hersteller haben erheblichen Bedarf an integrativen Modellen, die eine (unternehmensübergreifende) interdisziplinäre Zusammenarbeit unterstützen. Dafür ist ein tiefgehendes Prozessverständnis (insbesondere hinsichtlich Prozessstabilität und prozessstabilisierender Einflussgrößen) erforderlich, auf dem Modellierungs-, Simulations- und Planungsansätze zur Adressierung der aufgezeigten Defizite aufsetzen können. Diese Ansätze müssen Methoden und Modelle umfassen, die ein gemeinsames Verständnis von einer durchgängigen virtuellen Produktentwicklung und Fertigungsplanung unter Berücksichtigung von Maschine und Fertigungsprozess fördern. Die damit verbundenen Forschungsaufgaben sowie die daraus zu erarbeitenden anwenderorientierten Konzepte und Softwarewerkzeuge bedürfen eines interdisziplinären Konsortiums, das Kompetenzen aus den Bereichen der Fertigungstechnik, der Werkzeugmaschinenentwicklung, der Beschreibung physikalischer und dynamischer Effekte sowie der mathematischen und softwaretechnischen Umsetzung bündelt.
Die Mitglieder des Konsortiums verfügen sowohl über umfangreiche Expertise im Bereich der hochwertigen und gleichzeitig wirtschaftlichen Produktionstechnik als auch vielseitige Erfahrungen in den Bereichen des dynamischen Maschinen- und Prozessverhaltens sowie der Auslegung von Bearbeitungsprozessen. Die Wechselwirkungen zwischen Maschinensystem und Fertigungsprozess standen bereits im Projekt SimCAT mit Beteiligung der Firmen HELLER und
INDEX sowie im Projektrahmen SindBap mit Beteiligung der Firmen Bosch und WZL im Blickpunkt der Forschungsarbeiten und blicken im nun vierten Forschungsvorhaben auf eine lange Tradition zurück. Eine Analyse der in diesen beiden Projekten noch nicht gelösten Forschungsfragen wurde im Rahmen des BMBF-Verbundprojektes SiSi weiterführend bearbeitet. Im Rahmen der Projektarbeit konnten vielfältige Effekte und Wechselwirkungen identifiziert und untersucht werden, die die Prozessstabilität spanender Bearbeitungsprozesse mit geometrisch bestimmter Schneide wesentlich beeinflussen.
Auf bauend auf den erzielten Ergebnissen wurde im BMBF-Verbundprojekt VispaB einerseits erfolgreich die Prozessstabilität als Bewertungskriterium im Entwicklungsprozess von Maschinensystemen eingeführt. Andererseits wurde anhand der realisierten Forschungsergebnisse die eigenständige Stabilitätssimulation PrimeCut entwickelt, die es ermöglicht, unter industrienahen Randbedingungen und für einfache Werkstückgeometrien die Prozessstabilität zu prognostizieren. Die Firmen Siemens und INDEX wirkten zudem gemeinsam mit dem WZL im BMBF-Projekt AVILUS mit, in dem die Erweiterung von NC-Simulationen hin-sichtlich noch fehlender virtueller Steuerungskomponenten, insbesondere dem virtuellen Antrieb, verfolgt wurde. Die hier entstandenen frühen Prototypen von Simulationswerkzeugen dienen den in diesem Forschungsvorhaben geplanten Arbeiten als ein Ausgangspunkt.
 
   
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